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Tips aus der Rubrik: Allergie
Hausstaub-Milbenallergie
MERKBLATT HAUSSTAUBMILBEN-ALLERGIE
Was sind Milben ?
Hausstaubmilben sind kleine (0,1-0,35 mm), nur mit dem Mikroskop sichtbare Lebewesen aus der Klasse der Spinnentiere. Sie kommen praktisch überall vor, wo sich Menschen und Tiere aufhalten und haben sich den Bedingungen und dem Mikroklima unserer häuslichen Umgebung bestens angepaßt. Milben ernähren sich vor allem von Hautschuppen und Haaren. Ein erwachsener Mensch verliert davon 1 bis 2 Gramm täglich und ernährt damit theoretisch bis zu 1 Million Milben. Milben ernähren sich außerdem von Textilfasern, Zellulose, Schimmelpilzen, Bakterien und Krümeln von Nahrungsmitteln. Eine weibliche Milbe kann ein Alter von 2 bis 5 Monaten erreichen und in diesem Zeitraum bis zu 300 Eiern legen. Aus diesen entwickeln sich innerhalb von 4 Wochen geschlechtsreife Milben. Optimal für das Gedeihen der Milben sind Temperaturen von 20 bis 30 Grad C und eine relative Luftfeuchtigkäit von 70-75 Prozent.
Die höchsten Milbenkonzentrationen finden sich in den Betten, Polstermöbeln und Teppichen.
Wie verhindert man eine Milbenallergie ?
Als Folge einer Milbenallergie kann sich ein Asthma bronchiale, ein allergischer Schnupfen oder eine allergische Augenbindehautentzündung einstellen. Grundlage jeder Behandlung sind wirksame Maßnahmen zur Verminderung der häuslichen Milbenkonzentration. Da jedoch insbesondere der Milbenkot allergieauslösend wirkt, reicht es nicht aus, die Milben nur abzutöten. Es müssen vielmehr auch die klebrigen Kotballen, die an textilen Fasern haften, herausgelöst und entfernt werden.
Folgende Maßnahmen sind empfehlenswer
Schlaf-, Wohnzimmerklima :
-----Trockenhaltung der Raumluft (unter 60 % relative Luftfeuchtigkeit - Überwachung mit einem Hygrometer).
-----Lüften möglichst mittags, wenn es draußen trocken ist.
-----keine Raumluftbefeuchter. Keine Zimmerpflanzen!
-----Badezimmertür nach dem Baden/Duschen geschlossen halten, damit die feuchte Luft nicht in die Wohnräume dringen kann. Küchentür während des Kochens ebenfalls schließen.
Staubwischen, Staubsaugen
----Staubwischen stets mit feuchtem Tuch.
----Staubsaugen möglichst nicht durch den Patienten selber.
----Staubsauger mit Feinstaubfilter ausstatten (in Kaufhäusern erhältlich). Keinesfalls Staubsauger mit Wasserfilter (als "Allergiker-Staubsauger" angepriesen) verwenden, da diese einen feinen Milbennebel erzeugen.
----Der Patient sollte bis zu 2 Stunden nach dem Staubsaugen den entsprechenden Raum nicht betreten, da Staubteilchen in der Luft schweben.
Inneneinrichtung :
----Kein Teppichboden im Schlafzimmer (Kinderzimmer), sondern Linoleum-, Holz- oder Steinfußboden.
----Möglichst keine Polstermöbel (besser sind Holz- bzw. Ledermöbel).
----Waschbare Vorhänge anstelle von Jalousien und schweren Stores.
Welche Maßnahmen sind im Schlafzimmer nötig ?
Das Bett steht im Mittelpunkt aller Sanierungsmaßnahmen,
da hier die höchsten Milbenkonzentrationen vorkommen.
Das Bett sollte gut belüftet sein (möglichst auf Bettfüßen, kein geschlossener Bettkasten, Matratze auf Lattenrost).
Wenn die Matratze älter als 5 Jahre ist, sollte sie durch eine neue ersetzt werden. Um diese vor Milbenbefal1 zu schützen, muß sie in eine staubdichte Umhüllung verpackt werden. Hierzu eignet sich Plastikfolie oder ein milbenhemmender Überzug . Darauf gehört ein Bettlaken/Spannbettuch, das einmal pro Woche gewaschen werden soll.
Kopfkissen und Oberbett müssen vollwaschbar sein,
(synthetisches Material) und sollten alle 3 bis 6 Monate gewaschen werden.
Bettwäsche jede Woche waschen. Wäsche immer bei mindestens 60 Grad C, da die Milben bei niedrigeren Temperaturen überleben.
Stets mit Schlafanzug/Nachthemd schlafen, um den Milben möglichst wenig Nahrung anzubieten.
Was hilft noch gegen eine Milbenallergie ?
Kuscheltiere regelmäßig waschen oder alle 4 Wochen für 2 Std. in den Gefrierschrank legen oder ggf. 1 Std bei 60 Grad C in den Backofen legen.
Haustiere gehören nicht ins Schlafzimmer des Milbenallergikers, da sie Haare und Schuppen verlieren und den Milben dadurch Nahrung bieten.
Generell sollten alle Patienten mit einer Allergie auf Haustierhaltung verzichten, da sich im Laufe der Zeit oft weitere Überempfindlichkeitsreaktionen ausbilden.
Gibt es Möglichkeiten zur chemischen Milbenbekämpfung ?
Es gibt auch milbenabtötende chemische Substanzen, die kurzfristig (z.B. bei Teppichböden) zu einer effektiven Milbenreduzierung führen können. Eine wirksame chemische Bekämpfung von Milben in Matratzen ist jedoch problematisch. Die Anwendung ist kostspielig und arbeitsaufwendig. Außerdem muß diese Art von Sanierung circa alle 2 Monate wiederholt werden, da dann wieder von einer erneuten Milbenbesiedlung auszugehen ist.
Erfolgskontrolle der Milbensanierung
Der Erfolg einer Milbensanierung sollt stets durch Messung der häuslichen Milbenkonzentration (Acarex-Test, in Apotheken auf Rezept erhältlich) überprüft werden.
Urlaub :
Urlaub im Hochgebirge ist günstig, da in Höhen über 1300 m kaum noch Milben vorkommen. Ein solcher Urlaub ist natürlich kein Ersatz für eine Milbensanierung zu Hause!
Neubau
Wer als Milbenallergiker neu baut, sollte folgendes beachten: Keine Teppichböden, sondern Fliesen-, Stein- oder Holzfußböden!
Zentrale Staubsaugeranlage (ähnlich wie Elektro-Steckdosen sind die Anschlüsse für das Saugrohr in der Wand).
Die im Merkblatt genannten Maßnahmen führen in der Regel zu einer wirksamen Milbenreduzierung. Wenn Sie Fragen zu einzelnen Punkten der Milbensanierung haben, sprechen Sie bitte mit uns .
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